Andrea Dins
Praxis für schamanische und spirituelle Heilarbeit

Die Beseelung der Welt

Eine Rückkehr zur lebendigen Verbindung

Wir leben in einer Welt, welche oft von „Rationalität“, „Funktionieren müssen“ und „nur Leistung zählt“ geprägt ist. Die Idee im schamanischen Weltbild „Alles ist beseelt“ wirkt da schon fast utopisch. Und doch schlummert in uns eine leise Sehnsucht: nach Tiefe, nach Verbundenheit, nach einem Leben, das mehr ist als Materie. Genau hier beginnt das schamanische Weltbild – mit einer radikal einfachen und gleichzeitig tiefen Wahrheit:

Alles ist beseelt. Alles lebt.
Die Seele in allem

Im schamanischen Verständnis ist die Welt kein mechanisches Konstrukt, das nur aus toten Dingen besteht. Ganz im Gegenteil: Jeder Baum, jeder Fluss, jedes Tier, sogar jeder Stein besitzt einen eigenen Geist – eine lebendige Essenz, die wahrnimmt, fühlt und in Beziehung steht.
Diese beseelte Welt ist nicht nur ein poetisches Bild, sondern eine erfahrbare Wirklichkeit. In vielen indigenen Kulturen weltweit war (und ist) es selbstverständlich, mit der Natur zu sprechen – und ihr zuzuhören. Nicht symbolisch, sondern wirklich.

Was ist die Seele?
Die Natur der Seele ist in schamanischen Traditionen nicht klar definiert wie in westlichen Religionen – sie wird nicht erklärt, sondern erfahren. Sie ist eine Kraft. Ein Bewusstsein. Eine Verbindungslinie zwischen allem, was lebt.
Sie ist:
• Nicht materiell, aber wirksam
• Individuell und gleichzeitig Teil des Ganzen
• Ein Prinzip von Beziehung, nicht Besitz
• In allem vorhanden – nicht nur in Menschen

Diese Sichtweise erzeugt ein völlig anderes Weltverhältnis: 

Nicht der Mensch steht über den Dingen, sondern mitten im Gewebe des Lebens, gleichberechtigt neben allen anderen Wesen.
Beziehung statt Beherrschung

Wenn alles beseelt ist, dann verändert sich auch unsere Haltung:
Wir begegnen der Welt nicht mehr als Beherrscher, sondern als Teilhabende.

Wir fragen nicht: „Was kann ich von der Natur nehmen?“ – sondern:
„Wie kann ich mit ihr in Beziehung treten?“
„Was will sie mir zeigen?“
„Was darf ich lernen?“

Dieses Lauschen, dieses achtsame Sein in der Welt ist zutiefst heilsam – nicht nur für uns, sondern auch für die Erde.

Die Rückkehr zur lebendigen Welt
Viele Menschen spüren heute eine wachsende Entfremdung – von sich selbst, von der Natur, vom Leben. 

Vielleicht ist es an der Zeit, sich wieder zu erinnern:
Dass die Welt lebt.
Dass sie mit uns spricht.
Dass auch wir eine Seele haben – und dass sie sich erst ganz entfaltet, wenn wir sie im Spiegel der Welt wiedererkennen.
Die Beseelung der Welt ist keine Philosophie. Sie ist eine Erfahrung.
Eine, die jeder Mensch machen kann – durch Stille, durch Achtsamkeit, durch echten Kontakt.

Einladung
Setz dich heute still an einen Baum. Halte einen Stein in deiner Hand.
Schau einer Pflanze in die Blätter wie einem alten Freund.
Und lausche.
Vielleicht spürst du etwas.
Vielleicht auch nicht.
Aber tief in dir wird sich etwas erinnern:
Die Welt ist lebendig. Und du bist ein Teil von ihr.
Hast du selbst schon einmal das Gefühl gehabt, dass etwas „Unbelebtes“ mit dir spricht? Ein Ort, ein Baum, ein Tier, das dir etwas gezeigt hat?
Ich freue mich auf deine Geschichten.


 
E-Mail
Anruf
Infos